scispace - formally typeset

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Einfluß von Sekretin und Pankreozymin auf die Lactosedigestion und die Wassersorption der Ratte

01 Jan 1970-Clinical Chemistry and Laboratory Medicine (Kooperation de Gruyter)-Vol. 8, Iss: 4

AbstractMit Hilfe der Perfusionstechnik wurde untersucht, ob Sekretin und Pankreozymin die Lactosedigestion beeinflussen. Nach 6 E. Sekretin i. v. pro kg Körpergewicht zeigt sich eine statistisch nicht signifikante Verminderung der Lactosespaltung gegenüber unbehandelten Tieren, nach 6 E. Pankreozymin i. v. pro kg Körpergewicht kommt es in dem Zeitraum 0—30 Min. nach Perfusionsbeginn zu einer statistisch signifikanten Verminderung der Lactasehydrolyse, während 30—60 Min. nach Perfusionsbeginn die Unterschiede nicht mehr signifikant sind. Als Ursache können eine Hemmung der Lactaseaktivität in der Mukosazelle oder eine Hemmung des Lactosetransportes in die Zelle durch Pankreozymin angenommen werden. Diese Mechanismen können entweder auf einer direkten Pankreozyminwirkung beruhen, oder auf einem sekundären Effekt nach Stimulierung des endokrinen Pankreas durch Pankreozymin. Die Absorption der durch Lactosehydrolyse freigesetzten Galaktose wird in unseren Untersuchungen durch Sekret in und Pankreozymin nicht beeinflußt. Der Gehalt des Perfusates an freier Galaktose ist nach Sekretinund Pankreozymingabe im Vergleich zu unbehandelten Kontrolltieren unverändert niedrig (um l mg/100 m/). Da Sekretin und Pankreozymin eine Insulinausschüttung bewirken, hätte man eine verminderte Galaktoseabsorption als Folge eines erhöhten Insulinspiegels erwarten können. Für die fehlende Beeinflussung der Galaktoseabsorption könnte die von uns verwendete geringe Laktosekonzentration im Perfusat (100 mg/100 m/) verantwortlich sein, da eine Absorptionshemmung vielleicht erst bei höheren Galaktosekonzentrationen sichtbar wird. Im Vergleich zu unbehandelten Kontrolltieren bewirken Sekretin und Pankreozymin eine verminderte Wasser Verschiebung vom Darmlumen in das Gewebe, entweder durch vermehrte Wasserinsorption oder verminderte Wasserabsorption. Ein Verdünnungseffekt durch vermehrt ausgeschüttetes Pankreassekret nach Stimulierung durch Pankreozymin und Sekretin scheidet aufgrund der angewendeten Technik aus.

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Summary

  • Mit Hilfe der Perfusionstechnik wurde untersucht, ob Sekretin und Pankreozymin die Lactosedigestion beeinflussen.
  • Nach 6 E. Sekretin i. v. pro kg Körpergewicht zeigt sich eine statistisch nicht signifikante Verminderung der Lactosespaltung gegenüber unbehandelten Tieren, nach 6 E. Pankreozymin i. v. pro kg Körpergewicht kommt es in dem Zeitraum 0—30 Min. nach Perfusionsbeginn zu einer statistisch signifikanten Verminderung der Lactasehydrolyse, während 30—60 Min. nach Perfusionsbeginn die Unterschiede nicht mehr signifikant sind.
  • Diese Mechanismen können entweder auf einer direkten Pankreozyminwirkung beruhen, oder auf einem sekundären Effekt nach Stimulierung des endokrinen Pankreas durch Pankreozymin.
  • Die Absorption der durch Lactosehydrolyse freigesetzten Galaktose wird in unseren Untersuchungen durch Sekret in und Pankreozymin nicht beeinflußt.
  • Der Gehalt des Perfusates an freier Galaktose ist nach Sekretinund Pankreozymingabe im Vergleich zu unbehandelten Kontrolltieren unverändert niedrig (um l mg/100 m/).
  • Da Sekretin und Pankreozymin eine Insulinausschüttung bewirken, hätte man eine verminderte Galaktoseabsorption als Folge eines erhöhten Insulinspiegels erwarten können.
  • Für die fehlende Beeinflussung der Galaktoseabsorption könnte die von uns verwendete geringe Laktosekonzentration im Perfusat (100 mg/100 m/) verantwortlich sein, da eine Absorptionshemmung vielleicht erst bei höheren Galaktosekonzentrationen sichtbar wird.
  • Im Vergleich zu unbehandelten Kontrolltieren bewirken Sekretin und Pankreozymin eine verminderte Wasser Verschiebung vom Darmlumen in das Gewebe, entweder durch vermehrte Wasserinsorption oder verminderte Wasserabsorption.
  • Ein Verdünnungseffekt durch vermehrt ausgeschüttetes Pankreassekret nach Stimulierung durch Pankreozymin und Sekretin scheidet aufgrund der angewendeten Technik aus.

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Böhmcr
u.
Rommel: Einfluß
von
Sekretin
und
Pankreozymin
auf die
Lactosedigestion
403
2.
klin.
Chem.
u.
klin.
Biochem.
8.
Jg.,
S.
403—405,
Juli
1970
Einfluß
von
Sekretin
und
Pankreozymin
auf die
Lactosedigestion
und die
Wassersorption
der
Ratte
1
)
Von R.
BÖHMER
und K.
ROMMEL
Aus der
Sektion
für
Klinische
Chemie
(Do^.
Dr.
K.
Rommel)
des
Zentrums
für
Innere
Medizin
und
Kinderheilkunde
der
Universität
Ulm
Medi^inisch-Naturwissenscbaftliche-Hochschule
(Eingegangen
am 10.
März 1970)
Mit
Hilfe
der
Perfusionstechnik
wurde untersucht,
ob
Sekretin
und
Pankreozymin
die
Lactosedigestion
beeinflussen.
Nach
6 E.
Sekretin
i. v. pro kg
Körpergewicht
zeigt
sich eine statistisch nicht
signifikante
Verminderung
der
Lactosespaltung
gegenüber unbehandelten
Tie-
ren, nach
6 E.
Pankreozymin
i. v. pro kg
Körpergewicht kommt
es in dem
Zeitraum
0—30
Min. nach
Perfusionsbeginn
zu
einer statistisch
signifikanten
Verminderung
der
Lactasehydrolyse,
während
30—60
Min. nach Perfusionsbeginn
die
Unterschiede nicht mehr
signifikant
sind.
Als
Ursache können eine Hemmung
der
Lactaseaktivität
in der
Mukosazelle oder eine Hemmung
des
Lactosetransportes
in die
Zelle durch Pankreozymin angenommen werden. Diese Mechanismen können entweder
auf
einer direkten
Pankreozyminwirkung
be-
ruhen, oder
auf
einem sekundären
Effekt
nach Stimulierung
des
endokrinen
Pankreas
durch Pankreozymin.
Die
Absorption
der
durch
Lactosehydrolyse
freigesetzten Galaktose wird
in
unseren Untersuchungen durch Sekret
in
und
Pankreozymin
nicht
beeinflußt.
Der
Gehalt
des
Perfusates
an
freier Galaktose
ist
nach Sekretin-
und
Pankreozymingabe
im
Vergleich
zu
unbehandelten
Kontrolltieren unverändert niedrig
(um l
mg/100
m/).
Da
Sekretin
und
Pankreozymin eine Insulinausschüttung bewirken, hätte
man
eine
verminderte Galaktoseabsorption
als
Folge
eines erhöhten Insulinspiegels erwarten können.
r die
fehlende Beeinflussung
der
Galak-
toseabsorption
könnte
die von uns
verwendete geringe Laktosekonzentration
im
Perfusat
(100 mg/100
m/)
verantwortlich sein,
da
eine
Absorptionshemmung vielleicht erst
bei
höheren
Galaktosekonzentrationen
sichtbar wird.
Im
Vergleich
zu
unbehandelten Kontrolltieren bewirken Sekretin
und
Pankreozymin eine verminderte
Wasser
Verschiebung
vom
Darmlumen
in das
Gewebe, entweder durch vermehrte
Wasserinsorption
oder verminderte Wasserabsorption.
Ein
Verdünnungseffekt
durch vermehrt ausgeschüttetes
Pankreassekret
nach Stimulierung durch Pankreozymin
und
Sekretin scheidet aufgrund
der
angewendeten
Technik
aus.
The
influence
of
secretin
and
pancreozymin
on the
digestion
of
lactose
and the
absorption
of
water
in the rat
Using
the
perfusion
technique,
the
influence
of
secretin
and
pancreozymin
on the
digestion
of
lactose
was
studied.
After
an i. v.
secretin-
load
of 6
units
per kg
body weight there
was a
decrease
of the
lactose hydrolysis
in
comparison
to
untreated animals,
but
this
was not
statistically significant.
After
an i. v.
pancreozymin-load
of 6
units
per kg
body weight
a
statistically significant decrease
of the
lactose
hydrolysis
could
be
demonstrated during
the
time interval
of
0—30
min.
after
the
beginning
of the
perfusion
whilst
the
differences
during
30—60
min.
after
the
commencement
of the
perfusion
were
no
more significant. These
findings
could
be
explained
by an
inhibi-
tion
of the
lactase activity
of the
mucosa cell
or an
inhibition
of the
transport
of
lactose into
the
cell
by
pancreozymin.
In
comparison
to
untreated
control
animals secretin
and
pancreozymin cause
a
decreased water exchange
from
the gut
lumen
into
the
tissue, either
by
increased water
insorption
or by
decreased water absorption.
A
dilution
effect
by an
increase
of
pancreas secretion
after
stimulation
by
pancreozymin
and
secretin
is
excluded
by the
technique used.
Die
zur
Disaccharidspaltuijg
im
Dünndarm
notwendi-
nicht absorbierbaren Kollidons wurde
der
Grad
der
Wasserver-
gen
Hydrolasen sind
hauptsächlich'im
Bürstensaum
der
Schiebung
im
Darmlumen untersucht.
Die
Tiere wurden
mit
-M
-i
u
TIT·
,
i
i
0,4m/
Sproz.
Pentobarbital (Nembutal)
i. p.
narkotisiert.
Die
Mukosazellen
lokalisiert,
im
Darmlümen
kommen
nur
0
f
ej
£
,
.
.
-X
*
·
JA
1
.
Perrusion
erfolgte
an
einem
10 cm
langen Darmstuck
30—40
cm
minimale
Disaccharidasenmengen
vor,
die
wahrschein-
kaudal
vom
Pylorus
mit
konstanter Geschwindigkeit
von 0,2
m//
lieh
aus
einer
Abschilferung
von
Mukosazellen
ent-
Min.
Zur
Angleichung
an die
Körpertemperatur
des
Tieres leiteten
Standen
sind
(1).
Die
Hauptaktivität
der
Lactase
liegt
wir
die
Perfusionslösung durch
ein
erwärmtes Wasserbad.
Ein
bei
der
Ratte
im
mittleren
Drittel
des
Dünndarmes
(2).
£^
^
«
*
^
?""?
Zut
^
ck
7
erla
^
n
in
/
e
A
, .' ,
it.
Bauch
hohle
und
Bedecken
mit
feuchten
Tuchern vermieden.
Ziel
dieser Arbeit
war,
zu
untersuchen,
ob
die
Lactose-
Nach
Passieren
des
unte
rsuchten
Darmsegmentes wurden
6
Proben
digestion einer
Beeinflussung
durch
die
intestinalen
über
jeweils
10
Min.
in
einem
Fraktionssammler getrennt
gesam-
Hormone Sekretin
und
Pankreozymin
unterliegt.
melt.
Die
Lactosebestimmung
erfolgte durch
enzymatische
Be-
stimmung
der
freigesetzten
Galaktose (Testpack
Boehringer
Mann-
;
heim) nach Lactosespaltung
mit
ß-Galaktosidase.
Außerdem wurde
Methodik
j
n
j
e(
j
er
Probe
die
freie
Galaktose
vor
Lactosespaltung
be-
Die,'
Untersuchungen wurden
an
männlichen Wistar-Ratten
von
stimmt.
200—250
g
Körpergewicht
nach
12-stdg.
Nahrungskarenz (Wasser
Die
Kollidonbestimmung
wurde
in
Anlehnung
an die von
ad
libitum)
mit der
Perfusionstechnik durchgeführt.
Um
Wasser-
SCHUBERT
und
WERNER
(3)
angegebene Methode durchgeführt.
Verschiebungen
durch
Diffusion
möglichst
zu
vermeiden, wählten
^
m/
Probelösung
wurden
mit 0,1
m/
3proz.
Trichloressig-
wir
als
Basisperfusionslösung eine
blutisotone
Natriumsulfat- säure
enteiweißt
und
zentrifugiert,
anschließend wurden
0,5
m/
lösung, welche außerdem
100
mg/100
m/
Lactose
und 100
mg/
des
Überstandes
mit 2
m/
Jod-Jodkali-Lösung
und 2
m/
100
m/
Kollidon
(Polyvinylpyrrolidon)
enthielt.
Mit
Hilfe
des
lOproz.
HC1
versetzt.
Der
ausgefällte
Kollidon-Jod-Komplex
wurde
10
Min.
bei
3000 U./Min.
abzentrifugiert,
der
Überstand
*)
Mit
Unterstützung
der
Deutschen Forschungsgemeinschaft, abgegossen.
Das
Sediment wurde
mit 5
m/
absol,
Methanol auf-
Bad
Godesberg.
genommen
und
gelöst.
Vom
Überstand wurden
0,5
m/
mit 2
m/
Z.
klin. Chem.
u.
klin. Biochem.
/ 8.
Jahrg.
1970
/
Heft
4
51*

404
Böhmer
u.
Rommel:
Einfluß
von
Sekretin
und
Pankreozymin
auf die
Lactosedigestion
absol.
Methanol
verdünnt
und die
Extinktion
am
Eppendorf-
Photometer
bei 436
nm
gegen Methanol gemessen.
An
einer stets
mitgeführten
Eichkurve
wurden
die
Kollidonkonzentrationen
(mg/100
m/)
abgelesen.
Die
Lactosedigestion wurde nach
der
Formel:
Tab.
2
Kollidonkonzentrationen
in
Prozent
vom
Äusgangswert
D
=
100
· l
berechnet.
L
s
=
Lactosegehalt
der
Stammlösung (mg/100
m/)
K
s
=
Kollidongehalt
der
Stammlösung (mg/100
m/)
LP
=
Lactosegehalt
der
Probe nach
Perfusibn
(mg/100
m/)
KP
=
Kollidongehalt
der
Probe nach
Perfusion
(mg/100
m/).
Ergebnisse
Die
Ergebnisse
r die
Lactosedigestion
zeigen
die
Tabelle
l und die
Abbildung
1.
Die
Lactosespaltung
ist
nach
Sekretin
und
Pankreozymin
vermindert gegenüber
Tab.
l
Absorbierte
Lactosemenge
in
Prozent
vom
Ausgangswert
Perfusionsdauer
(Min.)
0—10
.
10—20
20—30
30—40
40—50
50—60
Kontrolltiere
Sx
32
38
32
22
23
22
4,55
6,39
6,72
4,34
4,39
4,13
nach
6 E.
Sekretin/kg
Sx
31
30
24
22
20
20
3,50
3,44
3,11
3,02
1,96
1.97
nach
6 E.
Pankreozy-
min/kg
Sx
19
22
17
18
15
15
2,09
4,84
4,13
2,43
3,05
3,11
40-
I
30
20
10
_L
_L
10-20
20-30
30-40
40-50
50-60
i
[Min.]
Abb.
l
Lactoseabsorption
bei
unbehandelten
Tieren
o,
nach
Sekretingabe
<
und
Pankreozymingabe
in
Prozent
vom
Ausgangswert.
unbehandelten
Tieren.
Die
Unterschiede zwischen
un-
behandelten
Tieren
und
Tieren nach Sekretingabe sind
zu
keiner
Zeit statistisch
signifikant,
während
die
Lac-
tosedigestion
in den
ersten drei Fraktionen nach
Pan-
kreozymingabe
signifikant geringer
ist als bei
unbehan-
delten Tieren.
Das
Ausmaß
der
Wasserverschiebung
ist aus
Tabelle
2
und
Abbildung
2 zu
ersehen.
Der
höchste Anstieg
der
Kollidonkonzentrationen
findet
sich
bei
unbehandelten
Tieren, während nach Sekretin-
und
Pankreozymingabe
der
Konzentrationseffekt
wesentlich geringer
ist.
Eine
statistische
Signifikanz
besteht jedoch
nur
zwischen
Kontrolltieren
und
Tieren nach Pankreozymingabe
in
der
ersten Fraktion
(0—10
Min.
nach
Perfusions-
beginn).
Perfusionsdauer
(Min.)
0—10
10—20
20—30
30-^10
40—50
50—60
Kontrolltiere
X
137
144
137
125
120
118
Sx
»9,53
12,77
10,83
6,02
5,19
4,57
nach
6
E.
Sekretin/kg
X
127
127
I
f
18
117
117
118
Sx
8,99
7,87
2,93
2,54
3,16
2,62
nach
6 E.
Pankreozy-
mii
X
117
122
117
118
113
115
l/Kg
Sx
3,71
6,30
5,89
3,18
4,13
3,72
.c
100
l
l
l
10*20
20-30
30-40
40-50
50-60
t
[Min.]
Abb.
2
Kollidongehalt
der.
Perfusionslösung
bei
unbehandelten Tieren
o,
nach
Sekretingabe
·
und
Pankreozymingabe
in
Prozent
vom
Ausgangswert
Tab.
3
Konzentration
(x)
der
freien
Galaktose
(mg/100
ml) in
der
Perfusions-
lösung
nach
Dünndarmpassage
Perfusionsdauer
0—10
10—20
20—30
30--40
40—50
50—60
(Min.)
Kontrolltiere
Nach
Sekretion
j.V.
Nach
Pankreozymin
i.v.
1,1
1,3
0,8
1,0
1,0
1,0
1,0
1,2
1,3
1,2
1,2
1,2
1,2
1,3
1,3
1,4
1,3
1,1
Die
Mengen
der
nach
der
Darmpasasge
in der
Perfu-
sionslösung enthaltenen,
noch
nicht
resorbierten
freien
Galaktose
liegen
sowohl
bei den
Kontrolltieren
als
auch
nach Sekretin-
und
Pankreozymingabe zwischen
0,8
und 1,4
mg/100
m/
(Tab.
3). Ein
statistischer Ver-
gleich wurde nicht angestellt,
da bei
diesen niedrigen
Konzentrationen
die
Schwankung
im
Streubereich
der
Methode
liegt.
Diskussion
Sowohl
bei
unbehandelten
Kontrolltieren,
als
nach
Se-
kretin-
und
Pankreozymingabe, nahm
die
Lactose-
digestion
mit
zunehmender Perfusionsdauer
ab
(Abb.
1).
Im
Zeitraum
10—20
Min. nach
Perfusionsbeginn
wurden
von
Kontrolltieren
38% der
angebotenen Lactose
ge-
spalten, während
am
Ende
des
Versuches
(50—60
Min.
nach
Perfusionsbeginn)
nur
noch
22%
gespalten
wur-
den. Ähnlich lagen
die
Verhältnisse nach Sekretin (30%
und
20%)
und
Pankreozymin (22%
und
15%)
in der er-
wähnten Zeiträumen. Dieser
Effekt
beruht möglicher-
weise
auf
einem Erschöpfen
der
Laktaseaktivität
der
Mukosazellen.
Z.
klin.
Chem.
u.
klin.
Biochem.
/ 8.
Jahrg.
1970
/
Heft
4

Böhmer
u.
Rommel:
Einfluß
von
Sekretin
und
Pankreozymin
auf die
Lactosedigestion
405
Im
Zeitraum
0—10
Min. nach Perfusionsbeginn
war in
allen
3
Kollektiven
die
Lactoseverwertung
scheinbar
geringer
als im
folgenden
Zeitabschnitt
10—20
Min.
(Tab.
1).
Dieser
Effekt
ist
jedoch Folge
der
angewandten
Technik,
da zu
Beginn
der
Perfusion
der
Darm
und der
abführende
Schlauch schnell
(5m//Min.)
mit
der
Per-
fusionslosung
aufgefüllt
wurden
und in
dieser
kurzen
Zeit
praktisch keine
Lactose
gespalten werden
konnte,
so
daß
zunächst
unveränderte Perfusionslösung
mit
der
ersten Probe
aufgefangen
wurde.
Das
gleiche
trifft
r
die
Wasserabsorption,
gemessen
an der
Kollidon-
konzentration,
zu. Aus
diesem Grunde wurde
der
Zeit-
raum
0—10
Min. nach Perfusionsbeginn
in den Ab-
bildungen
l und 2
nicht berücksichtigt.
Nach
i.
v.-Gabe
von 6,0 E.
Sekretin/kg Körpergewicht
fanden
wir
eine statistisch
nicht
signifikante Vermin-
derung
der
Lactosedigestion, während nach
6,0 E.
Pankreozymin/kg
Körpergewicht
in den
ersten drei
Fraktionen eine signifikante Verminderung
der
Lactose-
verwertung festzustellen war.
Die in den
drei letzten
Proben gefundenen Unterschiede waren
nicht
mehr
signifikant.
Da vor der
Lactosebestimmung
ein
getrennter Nachweis
der
freien
Galaktose
erfolgte,
ist die
Möglichkeit ausge-
schlossen,
daß
durch Miterfassen
der
Galaktose
zu
hohe
Lactosewerte erhalten wurden.
Die
Hemmung
der
Lactosehydrolyse
durch
Pankreo-
zymin
kann verschiedene Ursachen haben. Einmal kann
primär
der
Lactosetransport
vom
Darmlumen
in die
Mukosazelle
gestört sein,
zum
anderen wäre auch eine
Hemmung
der
Lactaseaktivität
im
Bürstensaum
der
Mukosazelle möglich
mit
sekundärer
Inhibierung
des
Lactosetransportes.
Die
Hemmung
des
Transport-
systems
wie
auch
die
Hemmung
der
Lactaseaktivität
könnten direkte
Folge
des
Pankreozymineinflusses
sein.
Ferner
muß ein
indirekter Wirkungsmechanismus über
das
endokrine
Pankreas
nach
Pankreozyminreiz
dis-
kutiert werden.
Es ist
bekannt,
daß
Sekretin
und
Pan-
kreozymin
eine Insulinfreisetzung bewirken
(4, 5).
Nach
BEYREISS,
MÜLLER
und
STRACK
(6)
hemmt Insulin
die
Galaktoseabsorption beim Kaninchen.
In
unseren Ver-
suchen zeigte sich jedoch nach Sekretin-
und
Pankreo-
zymingabe
keine Hemmung
der
Galaktoseabsorption.
Die
Galaktosekonzentrationen
im
Perfusat
lagen sowohl
bei
den
Kontrolltieren
als
auch nach Sekretin-
und
Pan-
kreozymingabe
im
gleichen niedrigen Bereich
um l
mg/
100
m/.
Bei
einer Hemmung
der
Galaktoseabsorption
müßte
sich jedoch
ein
erhöhter Galaktosespiegel
finden.
Die
fehlende
Beeinflussung
der
Galaktoseabsorption
durch
Insulin könnte
jedoch
dadurch
erklärt
werden,
daß
in der von uns
verwendeten Perfusionslösung
die
Lactosekonzentration
mit 100
mg/100
ml
relativ gering
war
gegenüber
der von
BEYREISS
(6)
benutzten Lösung.
Es ist
möglich,
daß der
durch Insulin hervorgerufene
Hemmungsmechanismus
erst
bei
höheren Galaktose-
konzentrationen sichtbar wird. Bisher
ist
nicht bekannt,
ob die
Höhe
des
Insulinspiegels
im
Serum
auch
die
Lactosedigestion beeinflußt.
Das
Ausmaß
der
Wasserverschiebung
ist bei
Kontroll-
tieren ausgeprägter
als
nach Sekretin-
und
Pankreo-
zymingabe
(Abb.
2). Die
Kollidonkonzentrationen
liegen
bei
Normaltieren deutlich höher,
es
erfolgte
ein
Wasser-
austritt
aus dem
Darmlumen.
Ein
signifikanter
Unter-
schied
besteht jedoch
nur
zwischen
der 1.
Fraktion
(0—10
Min.) nach
Pankreozymingabe
und der bei
Normaltieren,
die
übrigen Werte unterscheiden sich
nicht signifikant voneinander.
Eine Verdünnung
des
Darminhaltes durch Pankreas-
sekret
als
Folge einer Steigerung
der
hydrokinetischen
Funktion nach
Pankreasstimulation
scheidet
aus,
da der
Darm
am
Beginn
der
Perfusionsstrecke
nach proximal
ab-
gebunden
war und aus dem
oberen Darmabschnitt
keine
Flüssigkeit
in das
perfundierte Stück gelangen
konnte.
Es
handelt sich
um
eine Beeinflussung
des
Darmes entweder
im
Sinne einer verminderten Wasser-
exsorption
oder einer gesteigerten
Insorption.
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Jahrg.
1970
/
Heft
4
References
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Frequently Asked Questions (1)
Q1. What are the contributions in this paper?

In this paper, the authors untersuchten, ob Sekretin and Pankreozymin die Lactosedigestion beeinflussen.