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Zur Bedeutung sportbezogener Einstellungen und Deutungsmuster für die Sportaktivität junger Menschen mit und ohne Migrationshintergrund

01 Jun 2019-Vol. 49, Iss: 2, pp 188-200

AbstractErklarungen zu Unterschieden in der Sportpartizipation verweisen vielfach auf den Faktor Migrationshintergrund und daraus resultierende Benachteiligungen, ohne die dahinterliegenden Mechanismen genauer zu beleuchten. Die folgende Studie verfolgt das Ziel, eine differenziertere Prufung vorzunehmen, inwiefern Personen mit und ohne Migrationshintergrund in der Schweiz unterschiedliche sportbezogene Einstellungen und Deutungsmuster aufweisen, welche wiederum fur die Partizipation am Sport von Bedeutung sind. Datengrundlage der empirischen Analyse bildet eine Querschnittserhebung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ausgewahlten deutsch- und franzosischsprachigen Kantonen der Schweiz (n = 4039). Fehlende Werte wurden mittels multivariater Imputation ersetzt. Deskriptive Befunde bestatigen zunachst migrationsspezifische Unterschiede in der Sportpartizipation. Multivariate logistische Regressionsanalysen zwischen Personen mit und Migrationshintergrund zeigen, dass der reine Effekt des Migrationsstatutes etwas gedampft wird, wenn Variablen zu sportbezogenen Einstellungen und Deutungsmustern einbezogen werden. Betrachtet man die Einflusse innerhalb der beiden Gruppen, so zeigt sich, dass die meisten signifikanten Pradiktoren in die gleichen Richtungen weisen und damit die theoretischen Mechanismen in den gruppenspezifischen Kontexten ahnlich wirken.

Summary (1 min read)

Strukturbedingungen und beobachtbaren Sportpraktiken fungieren. Einen solchen erklärenden 103

  • Diese führen zwar nicht 104 unmittelbar zu bestimmten Handlungen, sondern strukturieren vielmehr Dispositionen zu 105 bestimmten Arten zu Handeln (Bourdieu, 1992) 4 .
  • Wie genau ein Akteur handelt, ergibt sich aus 106 dem jeweiligen Kontext und den Eigenschaften der spezifischen Situation sowie daraus, wie 107 bestehende Spielräume individuell ausgestaltet werden (Bourdieu & Wacquant, 1996) .

Sport-und bewegungsbezogene Einstellungen und Deutungsmuster sind als 112

  • Bestandteile habitueller Dispositionen zu betrachten (Bourdieu, 1992) .
  • Sie werden als 113 grundlegende Ausrichtungen und Überzeugungen konzeptualisiert, die durch spezielle 114 Wahrnehmungs-und Bewertungsmuster bestimmt sind (Esser, 1999) 5 .
  • Demzufolge wird 115 4 Auch wenn der Habitus-Begriff eine breite philosophische und soziologische Tradition aufweist und neben Bourdieu auch auf weitere Autoren wie zum Beispiel Aristoteles, Weber und Durkheim zurückgeführt werden kann (z.B. Becker-Lenz & Müller, 2009), wird im vorliegenden Beitrag der Begriff "habituelle Dispositionen" bevorzugt.
  • Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass zwar die hier dargelegten theoretischen Überlegungen auf einige Grundannahmen des Habitus-Konzeptes nach Bourdieu (1992).

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source: https://doi.org/10.7892/boris.132184 | downloaded: 9.8.2022
German Journal of Exercise and Sport Research
Zur Bedeutung sportbezogener Einstellungen und Deutungsmuster für die
Sportaktivität junger Menschen mit und ohne Migrationshintergrund
The relevance of sport-related attitudes and interpretations for the sports activity of
adolescents and young adults with and without migrant background
--Manuscript Draft--
Manuscript Number: SPWI-D-18-00012R4
Full Title: Zur Bedeutung sportbezogener Einstellungen und Deutungsmuster für die
Sportaktivität junger Menschen mit und ohne Migrationshintergrund
The relevance of sport-related attitudes and interpretations for the sports activity of
adolescents and young adults with and without migrant background
Article Type: Hauptbeitrag / Main Article
Corresponding Author: Claudia Klostermann
Universitat Bern
Bern, SWITZERLAND
Corresponding Author Secondary
Information:
Corresponding Author's Institution: Universitat Bern
Corresponding Author's Secondary
Institution:
First Author: Claudia Klostermann
First Author Secondary Information:
Order of Authors: Claudia Klostermann
Siegfried Nagel
Christelle Hayoz
Torsten Schlesinger
Order of Authors Secondary Information:
Funding Information: Bundesamt für Sport (CH)
Dr., Mrs., Claudia Klostermann
Abstract: Erklärungen zu Unterschieden in der Sportpartizipation verweisen vielfach auf den
Faktor Migrationshintergrund und daraus resultierende Benachteiligungen, ohne die
dahinterliegenden Mechanismen genauer zu beleuchten. Die folgende Studie verfolgt
das Ziel, eine differenziertere Prüfung vorzunehmen, inwiefern Personen mit und ohne
Migrationshintergrund in der Schweiz unterschiedliche sportbezogene Einstellungen
und Deutungsmuster aufweisen, welche wiederum für die Partizipation am Sport von
Bedeutung sind. Datengrundlage der empirischen Analyse bildet eine
Querschnittserhebung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ausgewählten
deutsch- und französischsprachigen Kantonen der Schweiz (n = 4.039). Fehlende
Werte wurden mittels multivariater Imputation ersetzt. Deskriptive Befunde bestätigen
zunächst migrationsspezifische Unterschiede in der Sportpartizipation. Multivariate
logistische Regressionsanalysen zwischen Personen mit und Migrationshintergrund
zeigen, dass der „reine" Effekt des Migrationsstatutes etwas gedämpft wird, wenn
Variablen zu sportbezogenen Einstellungen und Deutungsmustern einbezogen
werden. Betrachtet man die Einflüsse innerhalb der beiden Gruppen, so zeigt sich,
dass die meisten signifikanten Prädiktoren in die gleichen Richtungen weisen und
damit die theoretischen Mechanismen in den gruppenspezifischen Kontexten ähnlich
wirken.
Response to Reviewers: Vielen Dank für die konstruktiven Rückmeldungen.
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Zur Bedeutung sportbezogener Einstellungen und Deutungsmuster für die
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Sportaktivität junger Menschen mit und ohne Migrationshintergrund
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The relevance of sport-related attitudes and interpretations for the sports activity of ado-
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lescents and young adults with and without migrant background
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Claudia Klostermann
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, Siegfried Nagel
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, Christelle Hayoz
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& Torsten Schlesinger
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Universität Bern, Institut für Sportwissenschaft, Bremgartenstr. 145, CH-3012 Bern
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PH Bern, Fachdidaktikzentrum Sport, Bremgartenstr. 145, CH-3012 Bern
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TU Chemnitz, Institut für Angewandte Bewegungswissenschaften, Thüringer Weg 11, D-
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09126 Chemnitz
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Korrespondierende Autorin:
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Dr. Claudia Klostermann
15
claudia.klostermann@ispw.unibe.ch
16
Tel.: +41 31 631 51 13
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Title Page

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Zur Bedeutung sportbezogener Einstellungen und Deutungsmuster für die
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Sportaktivität junger Menschen mit und ohne Migrationshintergrund
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The relevance of sport-related attitudes and interpretations for the sports activity of ado-
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lescents and young adults with and without migrant background
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Einleitung
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In aktuellen (sport-)politischen Diskursen wird regelmäßig darauf verwiesen, dass die
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Überwindung kultureller, ethnischer oder religiöser Differenzen im Sport besser realisierbar
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sei als in anderen gesellschaftlichen Bereichen und der Sport somit ein ideales Medium zur
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Teilhabe und Integration von Menschen mit Migrationshintergrund
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darstelle. Gleichwohl
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lassen sich nach wie vor deutliche Unterschiede in der Teilnahme am Sport beobachten. So
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zeigen verschiedene Studien zum Sportverhalten, dass Menschen mit Migrationshintergrund
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im Schweizer Sport proportional untervertreten sind (Fischer, Wild-Eck, Lamprecht, Stamm,
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Schötzau & Morais, 2010; Gerber & Gerlach, 2017; Gerber, Gerlach & Pühse, 2011;
15
Lamprecht, Fischer & Stamm, 2014). In anderen Ländern - zum Beispiel in Australien
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(Maxwell, Foley, Taylor & Burton, 2014), Belgien (Moens & Scheerder, 2004), Deutschland
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(Burrmann, Mutz & Zender, 2015) und in den Niederlanden (Elling & Claringbould, 2005) -
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zeigt sich ein ähnliches Bild. Damit stellt sich die Frage, welche Ursachen und Mechanismen
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hinter dieser Unterrepräsentanz stecken.
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Ein Blick auf vorliegende Studien und Erklärungsansätze zum Sportverhalten von Menschen
21
mit Migrationshintergrund verdeutlicht, dass sie sich mitunter in ihren Grundannahmen
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erheblich voneinander unterscheiden (dazu bereits Thiel, Seiberth & Mayer, 2013; Seiberth,
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Weigelt-Schlesinger & Schlesinger, 2013): (1) Studien aus der sozialen
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Ungleichheitsforschung gehen von ungleichen Voraussetzungen für Menschen mit
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Im vorliegenden Beitrag wird der Bezeichnung Menschen mit Migrationshintergrund die Definition
des Bundesamtes für Statistik der Schweiz zugrunde gelegt, nach welcher die Bezeichnung sowohl im
Zuwanderungsland geborene Personen umfasst, deren Eltern im Ausland geboren wurden, als auch
Personen, die selbst zugewandert sind mit Ausnahme von im Ausland gebürtigen Schweizerinnen
und Schweizer, deren Eltern im Inland geboren wurden (Bundesamt für Statistik, 2018).
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Migrationshintergrund beim Zugang zu gesellschaftlich wertvollen Ressourcen aus (Barker et
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al., 2011; Breuer & Wicker, 2008; Goldsmith, 2003; Kleindienst-Cachay, 2007; Mutz &
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Burrmann, 2015). Wenngleich sehr unterschiedliche Merkmale in den jeweiligen Studien
28
Berücksichtigung finden (z.B. Religionszugehörigkeit, ethnische Herkunft, Bildungsniveau),
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besteht Konsens dahingehend, dass die Unterrepräsentanz von Menschen mit
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Migrationshintergrund im Sinne der Intersektionalität aus dem Zusammenspiel verschiedener
31
Faktoren resultiert (Kleindienst-Cachay, 2007). (2) Zudem wird die geringere Partizipation
32
am Sport vielfach auf kulturelle, ethnische oder religiöse Differenzen zwischen Menschen mit
33
und ohne Migrationshintergrund zurückgeführt. Dabei werden vor allem den differenten
34
familiären Rollenerwartungen, den Unvereinbarkeiten “einheimischer” und “fremder”
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Körper- und Bewegungspraktiken sowie den fehlenden Erfahrungen mit den Körper-,
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Bewegungs- und Sportpraktiken des Zuwanderungslands exklusive Wirkungen attestiert
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(Alkemeyer & Bröskamp, 1996; Boos-Nünning & Karakaşoğlu-Aydin, 2005; Bröskamp,
38
1994; Burrmann, Mutz & Zender, 2015; Gebauer, 1986; Kleindienst-Cachay, 2007; Mutz &
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Burrmann, 2015). (3) Ein weiterer Erklärungsansatz diskutiert den Zugang zum Sport als
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Folge individueller Präferenzsetzungen, die in Zusammenhang mit lebensstil-, milieu- und
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kulturspezifischen
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Mustern stehen (Elling & Claringbould, 2005; Thiel & Cachay, 2003).
42
Demnach ist die Nicht-Teilnahme am Sport weniger als Hinweis auf die soziale Integration
43
einer Person oder einer Gruppe, sondern vielmehr als Ausdruck von Geschmack und
44
Prioritätensetzung zu interpretieren (Seiberth & Thiel, 2007). (4) Darüber hinaus werden auch
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strukturelle Barrieren in den Sportorganisationen diskutiert (Kleindienst-Cachay et al., 2012;
46
Thiel & Seiberth, 2007; Seiberth et al., 2013), welche die Unterrepräsentanz von Menschen
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mit Migrationshintergrund am Sport begründen.
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Nach Esser (1999) sind damit insbesondere sozial verbreitete und geteilte Gewohnheiten, Lebensweisen und
Wert- und Wissensbestände gemeint.
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Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in der gegenwärtigen Diskussion zur Erklärung der
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geringeren Sportbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund hauptsächlich auf
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kulturelle, individuelle, sozialstrukturelle und organisationale Aspekte zurückgegriffen wird.
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Bislang wurden hierbei insbesondere für den allgemeinen Migrationsprozess bedeutende
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Dimensionen (z.B. Geschlechterrollen, Religiosität) berücksichtigt, die einen für das
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Sportverhalten relativ großen Handlungs- und Gestaltungsspielraum aufspannen. Durch
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individuelle Auslegung dieses Rahmens sowie durch die kulturelle Selbstverortung können
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daraus ganz unterschiedliche (Sport-)Verhaltensweisen resultieren. So konnten beispielsweise
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Mutz und Burrmann (2015, S. 141) nur schwache Zusammenhänge zwischen
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geschlechtertypischen Rollenerwartungen und dem Organisationsgrad in Sportvereinen
58
unabhängig vom Geschlecht und dem Migrationsstatus aufzeigen. Bei differenzierter
59
Betrachtung dürften die Unterschiede in Bezug auf das Sportverhalten innerhalb der Gruppe
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von Menschen mit Migrationshintergrund mitunter größer sein als die Unterschiede zwischen
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Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen ohne Migrationshintergrund.
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Entsprechend sind weitere Merkmale zu kontrollieren, um die inhaltliche Relevanz des
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Migrationsstatus als (isolierte) Variable in Zusammenhang mit der Sportpartizipation genauer
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abzubilden.
65
Im vorliegenden Beitrag werden diese Fragen aufgegriffen, indem die
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Sportpartizipation im Sinne komplexer Sozialstrukturkonzepte auf das Zusammenspiel
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zwischen sozialstrukturellen Merkmalen und individuellen Präferenzen zurückgeführt wird
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(dazu grundlegend bereits Thiel & Cachay, 2003) und für das Sportverhalten relevante
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Haltungen, Einstellungen und Deutungsmuster abgeleitet werden. Anhand einer Online-
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Befragung von jungen Erwachsenen in der Schweiz wird in einem weiteren Schritt empirisch
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geprüft, inwiefern Personen mit und ohne Migrationshintergrund unterschiedliche sport- und
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bewegungsbezogene Einstellungen und Deutungsmuster entwickeln und inwiefern diese für
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die Partizipation am Sport von Bedeutung sind. Ziel des Beitrages ist es den eigenständigen
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01 Feb 2021
Abstract: Fur Sporttreiben im Verein werden positive Einflusse auf die psychische, physische und soziale Gesundheit – hier insbesondere in Bezug auf Teilhabe und Integration – beschrieben. Gleichzeitig scheinen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund seltener Mitglieder in Sportvereinen zu sein. Der vorliegende Beitrag untersucht die Partizipation von Jugendlichen am organisierten Sport. Es wurde der Frage nachgegangen, ob der Migrationshintergrund bei Schuler/innen der 7. bis 10. Klassen einen Einfluss darauf hat, ob sie Mitglieder im Sportverein sind und inwieweit sich spezifische Effekte fur Madchen und Jungen sowie in Abhangigkeit von der besuchten Schulform ergeben. Die Teilhabe am organisierten Sport wurde mit Hilfe einer standardisierten Befragung von 1106 Schuler/innen der Jahrgangstufen 7–10 untersucht, die 2017 in vier weiterfuhrenden Schulen einer westfalischen Kommune durchgefuhrt wurde. Die Rucklaufquote lag bei 92 %. Der Anteil an Schuler/innen mit Migrationshintergrund betrug 35 %. Anhand der Ergebnisse konnte eine Unterreprasentanz der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund insbesondere fur Madchen deutlich belegt werden. Zudem war geringere Teilhabe mit dem Besuch einer niedrigeren Schulform und mit zunehmendem Alter assoziiert. Die Befunde weisen auf einen moglichen Bedarf an interkultureller Offnung von Sportvereinen. Zu fordern waren Masnahmen und Angebote, mit denen Mitglieder mit Migrationshintergrund gewonnen werden. Eine partizipative Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund bei der Planung und Umsetzung konnte helfen, die Teilhabe am organisierten Sport zu verbessern und gesundheitsforderliche Potenziale besser ausschopfen zu konnen.

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  • ...[18] zeigen konnten, kann Sportpartizipationdie eigeneKörperwahrnehmung und das Wissen verbessern sowie Einstellungen zur Ablehnung riskanten Gesundheitsverhaltens günstig beeinflussen....

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01 Jan 1987
Abstract: Tables and Figures. Glossary. 1. Introduction. 1.1 Overview. 1.2 Examples of Surveys with Nonresponse. 1.3 Properly Handling Nonresponse. 1.4 Single Imputation. 1.5 Multiple Imputation. 1.6 Numerical Example Using Multiple Imputation. 1.7 Guidance for the Reader. 2. Statistical Background. 2.1 Introduction. 2.2 Variables in the Finite Population. 2.3 Probability Distributions and Related Calculations. 2.4 Probability Specifications for Indicator Variables. 2.5 Probability Specifications for (X,Y). 2.6 Bayesian Inference for a Population Quality. 2.7 Interval Estimation. 2.8 Bayesian Procedures for Constructing Interval Estimates, Including Significance Levels and Point Estimates. 2.9 Evaluating the Performance of Procedures. 2.10 Similarity of Bayesian and Randomization--Based Inferences in Many Practical Cases. 3. Underlying Bayesian Theory. 3.1 Introduction and Summary of Repeated--Imputation Inferences. 3.2 Key Results for Analysis When the Multiple Imputations are Repeated Draws from the Posterior Distribution of the Missing Values. 3.3 Inference for Scalar Estimands from a Modest Number of Repeated Completed--Data Means and Variances. 3.4 Significance Levels for Multicomponent Estimands from a Modest Number of Repeated Completed--Data Means and Variance--Covariance Matrices. 3.5 Significance Levels from Repeated Completed--Data Significance Levels. 3.6 Relating the Completed--Data and Completed--Data Posterior Distributions When the Sampling Mechanism is Ignorable. 4. Randomization--Based Evaluations. 4.1 Introduction. 4.2 General Conditions for the Randomization--Validity of Infinite--m Repeated--Imputation Inferences. 4.3Examples of Proper and Improper Imputation Methods in a Simple Case with Ignorable Nonresponse. 4.4 Further Discussion of Proper Imputation Methods. 4.5 The Asymptotic Distibution of (Qm,Um,Bm) for Proper Imputation Methods. 4.6 Evaluations of Finite--m Inferences with Scalar Estimands. 4.7 Evaluation of Significance Levels from the Moment--Based Statistics Dm and Dm with Multicomponent Estimands. 4.8 Evaluation of Significance Levels Based on Repeated Significance Levels. 5. Procedures with Ignorable Nonresponse. 5.1 Introduction. 5.2 Creating Imputed Values under an Explicit Model. 5.3 Some Explicit Imputation Models with Univariate YI and Covariates. 5.4 Monotone Patterns of Missingness in Multivariate YI. 5.5 Missing Social Security Benefits in the Current Population Survey. 5.6 Beyond Monotone Missingness. 6. Procedures with Nonignorable Nonresponse. 6.1 Introduction. 6.2 Nonignorable Nonresponse with Univariate YI and No XI. 6.3 Formal Tasks with Nonignorable Nonresponse. 6.4 Illustrating Mixture Modeling Using Educational Testing Service Data. 6.5 Illustrating Selection Modeling Using CPS Data. 6.6 Extensions to Surveys with Follow--Ups. 6.7 Follow--Up Response in a Survey of Drinking Behavior Among Men of Retirement Age. References. Author Index. Subject Index. Appendix I. Report Written for the Social Security Administration in 1977. Appendix II. Report Written for the Census Bureau in 1983.

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TL;DR: Mice adds new functionality for imputing multilevel data, automatic predictor selection, data handling, post-processing imputed values, specialized pooling routines, model selection tools, and diagnostic graphs.
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Abstract: An appealing feature of multiple imputation is the simplicity of the rules for combining the multiple complete-data inferences into a final inference, the repeated-imputation inference (Rubin, 1987). This inference is based on a t distribution and is derived from a Bayesian paradigm under the assumption that the complete-data degrees of freedom, ν com , are infinite, but the number of imputations, m, is finite. When ν com is small and there is only a modest proportion of missing data, the calculated repeated-imputation degrees of freedom, ν m , for the t reference distribution can be much larger than ν com , which is clearly inappropriate. Following the Bayesian paradigm, we derive an adjusted degrees of freedom, ν m , with the following three properties: for fixed m and estimated fraction of missing information, ν m monotonically increases in ν com ; ν m is always less than or equal to ν com ; and ν m equals ν m when ν com is infinite. A small simulation study demonstrates the superior frequentist performance when using ν m rather than ν m .

590 citations


BookDOI
01 Jan 1999

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